Nachruf für einen besonderen Hund!

K E N O ( 2012 – 2022 )
und eine kleine Liebeserklärung posthum
Lieber K e n o,
schon seit September 2021 staunte ich über Deine Art auch mit nur drei Beinen die Welt sicher zu durchstreifen.
Ab Dezember warst Du mein ständiger Begleiter. Nach kurzer Zeit kanntest Du sämtliche Bänke und Baumstämme, die zum Sitzen einluden, Dein Kopf auf meinem Knie, um zu entspannen und um gestreichelt zu werden.
Im Wald hast Du Dir die Wege selbst ausgesucht und wenn die Sonne schien, zog es Dich auf die große Wiese bei Kesselstadt, wo Du Dich hinlegen und kleine Massagen am strapazierten Hinterlauf genießen konntest.
Unvergessen eine Begegnung mit einem Vater, seiner kleinen Tochter und ihrem Hündchen. Freundliche Begrüßung von Hunden und Menschen. Das kleine Mädchen, nur so groß wie Du Keno, in Deiner Augenhöhe, streichelte Dir ganz sanft Deine Öhrchen. Ich sehe noch Deine erstaunten Augen in dieser Szene, die wohl allen zu Herzen ging.
Am 19. Januar war unser letzter Spaziergang vor Deiner ersten Operation. Es war kalt, um 0 Grad, und mit den leichten Schneeflocken zu nass, um sich auf der Wiese auszuruhen. Zurück vor dem Tor des Tierheimes versprach ich Dir, diese Deine Wiese nach der Genesungszeit im Frühjahr wieder aufzusuchen.
Du musstest lange warten in Isolation, verpackt in einen Body. Es fand sich keine Pflegestelle für Dich, wo Du doch so sehr Zuwendung brauchtest.
Doch mein Versprechen konnte ich wenigstens einhalten. Wir suchten wieder Deine „Kenowiese“ auf, wo Du Dich voller Lebensfreude in Frühlingsblumen und saftigem Gras wälzen und für kurze Zeit sogar Deinen Maulkorb vergessen konntest – leider nur 5 Mal !!, denn am 23. April hast Du den Weg dorthin nicht mehr geschafft, bliebst mitten auf dem Waldpfad liegen.
Ich setzte mich neben Dich und wartete, dass Du den Weg zurück schaffst. Mir war klar, dass diese Deine Wiese für Dich nicht mehr erreichbar sein würde. Von diesem Tag an war für Dich der Park von Schloss Philippsruhe das Äußerste, um dort nach vielen Pausen auszuruhen .
An unserem letzten gemeinsamen Tag beobachteten wir das rasante Spiel mit Stock und Ball eines Mannes mit seinem Labrador, der über die Wiese raste während wir Zwei saßen und versonnen zusahen. Tja, Keno, zu begreifen, dass man so viele schöne Dinge im Alter nicht mehr leisten kann, schmerzt sehr.
Umso mehr freute ich mich über die Nachricht, dass Du endlich eine Pflegestelle erhalten hast, wo Du Dich wohl fühltest. Sie war Dir nicht lange vergönnt, am 5. Juli bist Du über die Regenbogenbrücke gegangen.
Damit hast Du das Schicksal vieler Deiner Hundefreunde geteilt, die lange auf ein Zuhause gewartet haben, aber am Ziel angekommen, blieb nicht mehr genügend Kraft , um es noch lange zu genießen, so wie Joe, die zarte Chanel, Bobby der „Gärtner“, die kleine Messi, Melfi mit seinem Stöckchen, die sanfte Luna und noch viele mehr.
Vielleicht begegnest Du Ihnen im Hunde-Sternenhimmel. Ich habe jedenfalls viel von Dir gelernt auf diesen 42 Spaziergängen. Du bist nicht vergessen!
Deine Patin und Gassigeherin G. S.– F.