Bobby – Der Bandscheibenpatient

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde!
Wenn Sie öfter´s unsere Homepage besuchen, können Sie sich sicherlich an Bobby erinnern. Den Armen hatte ein Bandscheibenvorfall erwischt und wir baten um Ihre Mithilfe für die Finanzierung der medizinischen Behandlung (hier geht es nochmals zum Hilferuf).
Nach der gelungenen Operation musste Bobby natürlich auch eine Reha-Maßnahme durchlaufen und dafür konnten wir auf die Betreuung durch Frau Jessica Friedrich zurückgreifen. Mit ihrer Hilfe gab es ein Happy-End für Bobby und unsere Mitarbeiterinnen konnten ebenso einige Übungen für ihre tägliche Arbeit im Tierheim erlernen, die unseren Schützlingen zu Gute kommen.
Hier nun der Bericht von Frau Friedrich:
Der 6-jährige JRT-Pekinese-Mix-Rüde „Bobby“ erlitt einen Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule und hatte dadurch eine vollständige Lähmung der Hintergliedmaßen. Die Bandscheiben befinden sich zwischen den Wirbelkörpern und dienen als Pufferung.
Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es zur Einengung des Rückenmarks, weil sich der Kern der Bandscheibe nach außen wölbt. Die Folgen sind massive Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen der Gliedmaßen.
Bandscheibenvorfälle sind typisch für chondrodystrophe Rassen wie Bobby, der einen verhältnismäßig langen Rücken und kurze Beine hat. Meistens entsteht ein Vorfall bei normaler Alltagsbewegung, wobei die Bandscheibe vorher schon degeneriert war (Verschleiß), kann aber auch traumatisch bedingt sein. Es gibt verschiedene Operationstechniken, je nach Lokalisation des Vorfalls.
Bei Bobby wurde eine sogenannte Hemilaminektomie gemacht, das heißt, der Wirbelbogen (Lamina) wird auf einer Seite eröffnet und das vorgefallene Bandscheibenmaterial entfernt. Nach der Operation sollte so schnell wie möglich mit der Physiotherapie begonnen werden um die Stabilität (Stehfähigkeit) wiederherzustellen.
Die ersten 6 bis 8 Wochen sind entscheidend für den neurologischen Erfolg!
4 bis 6 Wochen gilt strikter Leinenzwang, kein Treppenlaufen und kein Springen!
Die physiotherapeutische Behandlung beginnt mit Massage, Passiver Bewegungstherapie, Reflextraining und Stand-/Halteübungen. Danach erfolgt zusätzlich die aktive Bewegungstherapie um das Gangbild, das Gleichgewicht und die Muskulatur wieder herzustellen bzw. aufzubauen. Dazu zählen z.B. die Cavaletti-Arbeit, Slalomlaufen, Balancekissen/Wackelboard und das Unterwasserlaufband.
Auch der Besitzer bekommt Übungen an die Hand, die regelmäßig mit seinem Hund durchgeführt werden müssen.
Je stärker die Kompression und je älter der Vorfall, desto schlechter ist die Prognose!
Da Bobby erst zwei Wochen nach seinem Bandscheibenvorfall operiert wurde, war seine Prognose schlecht.
Trotzdem konnte durch die intensive Physiotherapie, auch durch die Mitarbeiter im Tierheim und die Therapie im Unterwasserlaufband erreicht werden, das Bobby wieder laufen kann.
Eine Einschränkung in den Bewegungen und eine Gangstörung werden Bobby wohl sein restliches Leben begleiten, was ihn aber überhaupt nicht stört. Bobby ist ein fröhlicher, lustiger, sehr liebenswerter und dankbarer Hund, der seine Therapie ganz toll mitmacht.